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Fanberichte von der Party


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Liebe Grüße,
euer Fanparty- Team

3 Jahre Tokio Hotel – Gemeinsam in die Nacht…


by Franziska Ebert/ Melo

Berlin Hauptbahnhof, kurz nach sieben Uhr morgens. Das Rattern der Züge ist fürchterlich und die sich endlos wiederholende penetrante Frauenstimme der Bahnansage beginnt mir auf die Nerven zu gehen. Aber immerhin ist der Zug pünktlich – ein Pluspunkt für die Deutsche Bahn, denen Pünktlichkeit zumeist ein Fremdwort ist. Glücklicherweise hatte ich einen Platz am Fenster reserviert und nachdem ich mich fälschlicher Weise zuerst auf den Sitzplatz 33 in der ersten Klasse setze (ich wäre wirklich liebend gern dort geblieben), bemerke ich meinen Fehler und huschte in die zweite Klasse. Der Komfort ist nur unwesentlich schlechter, dafür habe ich eine Kleinfamilie schräg neben mir. Sie frühstücken und die Kinder im Alter von drei und fünf finden Bahn fahren spannend, was sie wohl dazu veranlasst, glücklich und ausgelassen Lieder zu singen und lautstark Kunststückchen auf ihren Sitzen zu vollbringen. Nachvollziehen kann ich das beim besten Willen nicht. Es ist viel zu früh. Ich will schlafen und habe noch fünf lange Stunden Fahrt vor mir. Selbst meine Kopfhörer können mich nicht retten, denn die hohe Frequenz der Kinderstimmen ist meiner Musik allemal gewachsen. Retten tut mir der Bahnkellner, der Kaffee verkauft – eine entsetzliche Brühe, aber sie macht munter. Ich begnüge mich derweil mit dem Anblick der 140 km/h vorbeisausenden Landschaften, bis sich die Familie in Cottbus verabschiedet und weitaus schlimmeren Passagieren Platz macht. Fünf Damen. Sie wollen auch nach Köln – ein Musical sehen. Auch sie frühstücken und der intensive Geruch von Leberwurst und Schinken weckt den Wunsch eines offenen Fensters in mir. Dazu gibt es Würstchen, Sekt und Erdbeerschnaps. Nach kurzer Zeit schon, sind die Damen gut angeheitert und philosophieren über ihre Spazierroute in Köln. Meine Kopfhörer sind erneut unterlegen und als sich dann noch ein junges Mädchen hinter mich setzt, das Musik von ihrem Handy hört, ist das Drama perfekt. Kein Schlaf, keine eigene Musik, schlechter Kaffe – ich bin ein Morgenmuffel.

Natürlich blieb auch die Deutsche Bahn ihrem Motto „Verspätung“ treu. Wenn es auch nur läppische fünfundzwanzig Minuten waren, so sollte ich doch feststellen, dass sie mir in Köln fehlen würde. Erleichtert, die alten Klatschweiber los zu sein, stieg ich im Köln Hauptbahnhof aus – um mich herum ein unheimlicher Menschenandrang. Zur Stadtbahn will ich, doch das ist nicht ausgeschildert. Ein freundlicher junger Mann schickt mich durch den Bahnhof zurück auf die entgegengesetzte Seite, wo mir sofort der Kölner Dom imponiert. Riesig, pechschwarz und eindrucksvoll. Meine Hand zuckt bereits zur Kamera, aber ein Blick auf die Uhr verrät mir, dass ich keine Zeit habe. Ich muss um dreizehn Uhr in der Mittelstraße bei Blumengold sein und ich habe nur noch eine geschätzte halbe Stunde. Ein Straßenreiniger fragt mich, ob er mit helfen könne, also sage ich ihm wo ich hin will. Er rät mir, ich solle laufen und würde nur zehn Minuten brauchen. Ich könne so auch noch ein bisschen was von Köln sehen. Seinem Lächeln nach zu urteilen hätte er sich gerne weiter unterhalten, aber der Zeitdruck kommt mir gelegen und so mache ich mich auf den Weg zum Neumarkt. Mein Orientierungssinn war schon immer mehr als spärlich und demgemäß verlaufe ich mich natürlich sofort. Ich frage vier Leute nach dem Weg und komme schließlich (nach fast fünfundzwanzig Minuten!) zum Neumarkt, dort frage ich mich zur Mittelstraße durch, wo ich sodann auf Sarina, Nathalie und ein paar andere Fans treffe, unter ihnen Yvi, Rina und Anna, die später am Abend Tokio Hotel doubeln sollten. Ich bin zugegebenermaßen skeptisch: drei Mädchen, die ihren Idolen nicht im Geringsten ähnlich sehen – das würde doch sicher in die Hose gehen.

Carsten, der dritte Organisator ist noch nicht da – sein Zug hat Verspätung. Ein Gruß geht gedanklich an die Deutsche Bahn! Auch vom taff Team ist noch nichts zu sehen, dafür kommt zwei Leute von Sat 1, die sofort interessiert an Yvi und Rina sind. Mit einigem Warten kommen wir endlich in den Club, taff kommt auch, Carsten sitzt immer noch im Zug fest. Ich begutachte die Location, die wirklich ungemein schön ist (wobei der Zugang ins Clubinnere auf Grund des Kellergeruchs zunächst abschreckt) und lasse mir die Fotoecke zeigen, in der ich später die Fans mit den Doubeln fotografieren soll. Zu wenig Licht – dem würde wohl hoffentlich mein externer Blitz abhelfen...

Wir verteilen das Knabberzeug und die Süßigkeiten im Club, warten auf Kuchen und sind im Allgemeinen angespannt, während sich Yvi und Rina bereits auf ihrer potentiellen Bühne austoben. Yvi übt immer wieder Bills sehr eigenwillige Choreografie. Was sie macht, kommt dem Original doch sehr ähnlich. In aller Hektik naht schließlich Carsten und macht sich mit der Technik vertraut - er ist der DJ heute Abend. Die Zeit rennt und wir müssen bald am Rudolfplatz sein, doch das Kamerateam will noch die ersten Szenen für den Beginn des Beitrags filmen und ein Interview mit Sarina machen. Der Club wird geräumt, ich als Fotograf bleibe und mache mir einen Spaß daraus beim Fotografieren immer wieder aus dem Weg zu hüpfen, um nicht etwa ins Bild zu rennen. Einmal erwischt es mich doch, aber die Produzentin bittet mich nur nachsichtig und lächelnd, etwas zurück zu bleiben.

Die Interviews sind geschafft und zusammen mit Christopher, der zum taff Team gehört und Ansprechpartner Nummer eins von Sarina und Nathalie ist, geht es in Windeseile zum Rudolfplatz. Enttäuschung: 550 Fans waren geladen, nicht einmal 250 Mädchen (und vereinzelte Jungen) sind zunächst da. Jedenfalls ist die Stimmung super. Überall kleine Bills und Toms und ein angenehmes Übermaß an guter Laune.

Sarina und Nathalie machen sich gleich daran, die Fans zu formieren. Das Ergebnis soll eine Drei nebst Tokio Hotel Logo werden. Schließlich kam auch das Kamerateam von taff, die sich zuvor noch mit Yvi und Rina beim Stylen begnügt hatten also konnte es endlich mit der Fanaktion losgehen. Taff hatte ein altes nettes Ehepaar die im höchsten Stockwerk eines Hauses gegenüber des Platzes wohnten, angefragt, ob sie von dessen Balkon aus die Fanformatierung filmen könnten. Ich durfte mich dem taff Team anschließen und ein paar Fotos von oben machen. Das Ergebnis war misslungen. Nichts mit Drei und Tokio Hotel Logo – eine bunte verquirlte Masse mit roten Papierherzchen. Der Kameramann resigniert schließlich, denn erkennen kann man beim besten Willen nichts. So flitzt die Produzentin zurück auf den Platz und formiert mit Hilfe von Christopher, Sarina und Nathalie eine wohlgeformte füllige Drei mit der sich der Kameramann zufrieden gibt. Die Fans halten ihre präparierten roten Herzchen in die Höhe und aus der bunten Schar werden kleine Fliegenpilze. Die Fans singen Happy Birthday für Tokio Hotel, kreischen, jubeln und wedeln mit den Herzen. Lautstärkefaktor: wie bei einem Tokio Hotel Konzert. Ruhestörung ist das allemal und das sicher auch noch ein paar Straßen weiter.

Zurück auf dem „Boden der Tatsachen“ gibt’s weiteres Gekreische, Interviews mit den Fans und ich komme beim Sonnenlicht zu meinen Fotos, Zum Glück sind die Fans nicht scheu. Ich würde fast behaupten wollen, sie lassen sich gerne fotografieren und filmen. Ob sie dabei irgendwelche Hintergedanken haben…?

Mir redlicher Verspätung geht es dann zurück zu Blumengold, wo der Einlass beginnen soll. Ein hektisches Hin und Her an zwei Kassen. Als Belohnung gibt es einen tollen Tokio Hotel Stempel auf die Hand. Im Clubinneren heizt Carsten bereits mächtig ein und peu à peu füllt sich die Location. Zwei „Bills“ und „Toms“ machen den Anfang auf der Tanzfläche, viele Dutzend Fans folgen und amüsieren sich prächtig. Bei Songs wie „I kissed a gril“ und „Beat it“ tanzen sich die jungen Mädchen die Hacken wund. Die Stimmung ist heiter und ausgelassen, aber der Einlass hat sich inzwischen so sehr verschoben, dass auch das Programm erst später beginnen kann. Ich fürchte bereits um meine Fotostunde mit den Fans, die gegen neunzehn Uhr beginnen sollte und jetzt schon auf zwanzig Uhr verschoben wird. Mehr als knapp, denn um einundzwanzig Uhr muss ich mich wieder auf machen zum Bahnhof, denn es fährt nur ein einziger Nachtzug nach Berlin.

Nachdem alle Fans endlich drinnen sind startet die Party mit einer kurzen Begrüßung von Sarina, Nathalie und Carsten, die ohne viel wenn und aber gleich auf den Special Guest verweisen: „Tokio Hotel“
Man möchte meinen, man befindet sich tatsächlich auf einem Tokio Hotel Konzert, als Yvi, Rina und Anna langsam durch die Masse laufen. Stolz grinsend, die Aufregung buchstäblich ins Gesicht geschrieben. Die Fans kreischen, als handle es sich um die Originale und selbst ich bin beeindruckt. Von den drei Mädchen keine Spur mehr. Vor mir läuft ein zwar etwas kleiner, aber sehr authentischer Bill auf die Bühne, gefolgt von einem stilechten Tom in weiten Baggys und nachthemdähnlichem Shirt, auf dem Dreadlock-Kopf ein weißes Basecap, locker und lässig die Gitarre in der Hand, dahinter ein etwas korpulenter aber doch liebenswürdiger Georg mit Metallica Shirt, etwas schüchtern – ganz der Georg. Die Fans kreischen und jubeln in einer Lautstärke, dass ich meine Ohren in diesem Moment getrost verkauft hätte, drängen sich an die Bühne und an mich, die ich direkt neben dem erhöhten Podest stehe und annahm, mich dort in Sicherheit zu befinden. Fehlanzeige. Selbst hinter und neben mir wird gedrängt, werden Digitalkameras in die Luft gehalten, wird sogar geweint und geschnieft. Die einen schreien Bill und Tom, die anderen Yvi und Rina, aber alle sind sich einig: das ist die Überraschung des Abends.

Die vermeintlichen Tokio Hotel Jungs beginnen ihre Mini-Show mit dem Song „Wo sind eure Hände“ und heizen den Fans ordentlich ein. taff hat es schwer auf der kleinen Bühne und die Fans sind nicht bereit auch nur einen Zentimeter zu rutschen, also muss gedrängelt werden, denn der Zweck heiligt ja bekanntlich die Mittel. Die jungen Damen singen und kreischen so laut mit, dass vom Playback nichts mehr zu hören ist. Sie haben augenscheinlich genauso viel Spaß, wie mit ihren echten Lieblingen. Ich bin zugegebenermaßen sehr überrascht. Hatte ich diese Doublegeschichte doch anfänglich als lächerlich abgetan, muss ich mich revidieren. Yvi, Rina und Anna bewegen sich auf der Bühne, wie echte Profis. Immer wieder lassen sie Bewegungen durchblicken, wie sie nur von Bill und Tom Kaulitz kommen können, berühren die Fans in der ersten Reihe, halten das Mikrofon in die Menge…
Nach vier stilvollen Songs, bei denen natürlich „Durch den Monsun“ nicht fehlen durfte, verabschieden sich „Tokio Hotel“, müssen sich aber sofort den nachdrücklichen Zugaberufen ihrer Fans ergeben und performen einen letzten Song, der mithin das Motto des Abends wurde: „In die Nacht“. Gerührt von den sehr leidenschaftlichen und intensiven Bewegungen zwischen „Bill“ und „Tom“ fällt der Abschied noch schwerer und der zweite Zugabeversuch der Fans verliert sich schließlich in der Menge.

Doch alles halb so wild, denn Sarina und Nathalie halten eine spannende und amüsante Rede über die letzten drei Jahre von Tokio Hotel. Mit einigen Sprachschwierigkeiten (sei gegrüßt, Nathalie) klappt auch dieses wunderbar und ich bekomme endlich meine Fotostunde, die leider keine Stunde mehr ist, denn ich muss in vierzig Minuten zum Bahnhof. Ich bereite zusammen mit meiner fleißigen Helferin Rebbi die Fotoecke vor und warte auf meine Doubels. Die Schlange für mein kleines Fotoshooting wird immer länger, doch von Yvi, Rina und Anna keine Spur. Ich begebe mich also durch den überfüllten Club und suche die drei was angesichts der vielen Bills und Toms nicht so leicht ist – und die Zeit rennt mir davon. Schließlich finde ich die beiden. Man rate wo?! An der Bar, so wie es sich für „Stars“ nach einem ordentlichen Konzert gehört. Jetzt kann es endlich los gehen. Die Fans dürfen maximal zu zweit aufs Foto, alles andere ist schlecht überschaubar und auf Grund des begrenzten Platzes auch nicht möglich. Mein externe Blitz leistet bei dem spärlichen Licht großartige Arbeit, aber ich bin in unheimlicher Hektik, denn die Fanschlange nimmt kein Ende, sondern stattdessen noch zu, sodass sie mich fast über den Haufen rennen und ich das eine oder andere Mal laut werden muss, damit sie ein Stück zurück gehen. Den Fans steht eine Aufregung und ein zarter Hauch von Stolz ins Gesicht geschrieben, so, als würden sich neben ihren tatsächlichen Lieblingen sitzen und nicht neben zwei Mädchen, die sich das Doubeln zur Leidenschaft gemacht haben. Als Fotografin freut es mich immer wieder, leuchtende Augen zu sehen. Ich bin also in meinem Element, als mir der gute Christopher plötzlich vor die Latichte rennt, gefolgt vom Kameramann nebst Tontechniker und filmen doch tatsächlich mein improvisiertes Shooting. Dabei war ich den ganzen Tag verschont worden und hatte ganz intensiv gehofft auch im Laufe des Abends vor der Kamera flüchten zu können. Die Fans nehmen es als gefundenes Fressen und sind noch enthusiastischer als zuvor, auch Yvi und Rina genießen den Rummel.

Leider schaffe ich nur siebzig Fans, dann ruft mich der Bahnhof. Im Bereich vor der Bühne führen Sarina und Nathalie grade eine „Versteigerung“ durch, als ich mich verabschiede. Natürlich fällt der Abschied schwer, denn der Abend war gelungen und jeden Cent des Bahntickets wert. Mit mir gehen auch einige andere Fans. Ich, natürlich wieder bar jeder Orientierung suche mit einem Fan, dessen Name mir jetzt entfallen ist, aber fühl dich gegrüßt, die U-Bahn Station, damit wir zum Bahnhof kommen. Die U-Bahn fährt nicht durch und ein höflicher junger Rettungssanitäter in cognito erklärt uns, wo wir umsteigen müssen. Zwar bin ich viel zu früh am Bahnhof, aber ich genieße noch einen Moment den Anblick des Kölner Doms bei Nacht und lasse den Abend Revue passieren. Sarina, Nathalie und Carsten hatten einen Wahnsinns-Aufwand mit der Organisation dieses Abends und auch ich habe viel Zeit und Mühe ins Designen der Homepage, Pässe und Gästekarten gesteckt. Und die Mühe hat sich gelohnt. Ich hatte das Gefühl, dass die Fans viel Spaß hatten und dass ihnen der 16. August 2008 noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Die Rückfahrt dauert sechs Stunden und natürlich habe ich zusätzlich noch Verspätung. In meinem Abteil sitzen zwei ausländische Ehepaare, eines davon aus Prag, das andere aus Spanien. Frau Prag schnarcht, während Herr Prag im Schlaf grunzt und schmatzt. Herr und Frau Spanien haben sich die Schuhe ausgezogen und verbreiteten somit einen leichten käsigen Duft in dem kleinen sechs-Mann Abteil. Zuletzt kommt noch ein junge Frau in meinem Alter dazu, die einen so enorm großen Koffer hat, dass sie damit allein einen drittel des Abteils belegt und ich mich weder rühren noch strecken kann.

Ich verbleibe die sechs Stunden also in einem unangenehmen Halbschlaf, bis sich schließlich ein angetrunkener schwuler Kölner vor meinem Abteil Dauer-outet und es um meinen Schlaf gänzlich geschehen ist. Zum Glück komme ich unversehrt wieder am Berlin Hauptbahnhof an und verpasste natürlich prompt die nächtliche S-Bahn gen trautes Heim. Alles in allem bin ich Sonntagmorgen um sieben Uhr wohlbehalten und ungeheuer müde in meinem warmen Bettchen angelangt und schlafe mit Gedanken an diese großartige Party ein.

Ich denke und maße mir auch an zu wissen, dass 3-Jahre-Tokio-Hotel-Party ein voller Erfolg war. Mein Lob gilt in erster Linie Sarina, Nathalie und Carsten, die mit Schweiß und Ausdauer diesem tollen Abend zum Glanz verholfen haben. Aber auch ein Lob an die Fans sollte nicht fehlen: ihr habt euch toll engagiert und amüsiert und ihr habt gespendet. Vielleicht hättet ihr eure benutzen Gläser und Teller einfach mal an der Bar abgeben können und nicht einfach alles dort fallen lassen, wo ihr grade wart…
Ein Dank geht an dieser Stelle noch an alle Helfer, Bäcker und Bastler und an das taff Team und gesondert an Christopher Braun.

Danke für diesen unvergesslichen Abend!
Franziska Ebert



Ein Tag im Leben eines Bill- Doubles


by Jana Ba.

An diesem Morgen stand ich schon ziemlich früh auf. Bereits um 8 Uhr war ich wach, nachdem ich in der letzten Nacht vor Aufregung kaum geschlafen hatte. Trotzdem wirkte ich ziemlich fit und sprang förmlich nur so aus meinem Bett. Schnell ging ich zu meinem Laptop um mit meinen Mädels nochmal schnell alles abzusprechen. Dann der Schock: Mein Twin war nicht online und ich wusste, dass sie am Vortag in der Disco gewesen war. Schnell nahm ich mein Telefon und rief sie auf dem Handy an. Lange tutete es, bis irgendwann einfach aufgelegt wurde. Was bitteschön sollte das? Ich rief noch einige Male an, doch das Handy blieb ausgeschaltet. Endlich wagte ich es auf Festnetz anzurufen und zu meiner Freude nahm mein Twin ab, der ein wenig verschlafen hatte. Schnell einigten wir uns darauf wann und wo wir uns treffen und freuten uns auf unser Wiedersehen, da wir uns wegen meinem Urlaub 3 Wochen nicht gesehen hatten.

Nachdem wir dann aufgelegt hatten begann ich mit meinem Styling. Ich setzte mir die Perücke auf, zupfte einige Strähnen noch zurecht und begann dann mich zu schminken, setzte noch einige Accessoires wie Armbänder, Lederhandschuhe und Ketten dazu und musste mich schließlich auf den Weg machen.

Endlich am Düsseldorf Hauptbahnhof angekommen kostete es mich einiges an Beherrschung beleidigende Kommentare wie "Naaa Billl .." oder "Haltet den Kaulitz fest .." zu überhören. Plötzlich hörte ich jemand meinen richtigen Namen rufen. Was? Wer? Wo? Endlich sah ich sie.
Zwei meiner Freundinnen kamen auf mich zu und wir umarmten uns. Es waren auch zwei neue Gesichter dabei, aber ich kümmerte mich nicht darum. Wir gingen hinunter und setzten uns an einen Spielzug für Kinder und alberten ein wenig herum. Ich blickte mich um und plötzlich sah ich sie. Jasmin - meinen Twin, mein ein & alles. Kreischend rannten wir aufeinander zu und umarmten uns stürmisch. Mein Herz hämmerte gegen meinen Brustkorb und ich war so froh,s ie wiederzusehen. Wir kauften uns alle noch schnell die Tickets, spurteten hoch zu den Gleisen und stiegen in den Zug ein, der uns zum Kölner Hauptbahnhof bringen sollte.

In der Bahn waren einige "Borussia Dortmund"-Fans die uns bereits grölend empfingen. Es kam zu einigen beleidigenden Fangesängen, aber auch wir blieben nicht still und schlugen mit Gekreische und Liedern zurück. Dann waren wir endlich da - Köln Hauptbahnhof.

Am Hauptbahnhof angekommen machten wir uns erstmal auf den Weg zu Gleis 1, wo wir uns mit anderen Tokio Hotel Fan's treffen sollten. Einige neue aber auch alte Gesichter begrüßten mich herzlich und bald waren wir schon eine gute Truppe von ca. 10-15 Fan's. Dann ging es hinunter zu den U-Bahnen und ich staunte. Mindestens 50 Fan's, wenn nicht nochmehr standen unten an der Haltestelle und quetschten sich in die U-Bahn. Drinnen war ein ziemliches Getümmel und nur durch mein Megaphon, welches ich vorsichtshalber mitgenommen hatte, konnten wir alle dazu bringen an der richtigen Haltestelle auszusteigen. Als alle Fan's draußen waren ging es dann schon los mit den Fangesängen. Durch mein Megaphon und die treuen Fan's wurden die Straßen von Köln zum erschüttern gebracht, wir kreischten, sangen Fanlieder und zählten des öfteren die Buchstaben von "Tokio Hotel" auf. Dann kamen wir an dem Club an, doch man ließ uns nicht rein. Die große Frage war jetzt : Wo gehts hin zum Rudolfplatz ?

Wir rannten durch die Straßen und mussten uns einige Male durchfragen, bis wir den Rudolfplatz erreicht hatten. Es hatten sich bereits einige Fan's angesammelt unter denen ich auch einige Doubles und alte Freunde erkannte. Die Zeit darauf war richtig anstrengend, alle 5 Minuten musste ich mit einem Fan ein Foto machen, wurde für die Hochzeit von einem Päarchen nach anderen bekannten Paaren befragt und ärgerte mich über ein anderes Double, elches mit meinem Tom vertwinnt sein wollte. Doch der Ärger dauerte nicht allzu lange, denn endlich kamen die Organisatoren an und wir wurden in eine große 3 aufgeteilt. Ich stand zusammen mit meinem Twin und meinen Freundinnen im vorderen Teil der 3, der zu den Kameras auf dem Balkon zeigte. Nach einigen Malen "Happy Birthday" singen wurde es mir und den anderen zu langweilig und so wurde ich gebeten ein wenig Stimmung zu machen. Ich ließ mir das natürlich nicht zweimal sagen, zückte mein Megaphon und brachte die Fan's um uns herum in die richtige Stimmung. Ganz zum verzweifeln des Kamerateams,d as mich mindestens 10 Mal anbettelte die Fan's unter Kontrolle zu halten. Gar nicht so einfach bei so vielen Leuten.

Dann machten wir uns endlich auf den Weg zum "Blumengold" mit einem Kamerateam vor und ziemlich vielen Fan's hinter uns stimmten wir den Song "Über's Ende der Welt" an. Sollten wir nicht ruhig und gesittet zum Club gehen? Naja,egal ..

Nach dem hektischen Einlass kamen ich und mein Twin endlich in den Club hinein, der einen ziemlich guten Eindruck machte. Wir sahen uns ein wenig um, trafen unsere Freunde wieder und schließlich waren wir die ersten, die sich auf die Tanzfläche trauten. Von Peinlichkeit keine Spur. Zusammen mit meinem Twin und meinem "Groupie" tanzte ich mir im Club die Füße wund und wir verbreiteten richtig gute Stimmung. Einige Male gingen wir auch heraus, weil es im Club eine unerträgliche Hitze war. Draußen traf ich einige andere Doubles unter anderem Shorti, IsaBill usw. Wir verstanden uns auf Anhieb ziemlich gut und den Auftritt von Rina & Yvi bekam ich gar nicht mit. Als ich wieder raus kam, nachdem ich im Club meine Freunde gesucht hatte, sah ich sie schließlich bei einem Kamerateam stehen. Ich gesellte mich zu meinem Twin und kurz darauf wurden wir beide zu der Fanparty befragt. Es machte ziemlich viel Spaß und man konnte endlich Mal seine Meinung loswerden.

Zurück im Club war eigentlich nicht besonders viel los. Bei Aktionen wie "Tokio Hotel Twister" machten wir nicht mit, sondern alberten herum indem wir bei Kommentaren wie "linker Fuß auf Tom" allen Tom Doubles die bei uns waren die Füße hinstreckten.Wir redeten ziemlich viel und alberten sehr viel herum und die pinke Bar im anderen Teil der Bar (wo Yvi und Rina Foto's angeboten haben) war eine richtig coole Location. Nachdem uns die Langeweile zu blöd wurde machten wir ein sinnloses Video und ich tat als "Depri-Bill" so, als wenn ich von dem Geländer springen wollte. Ich wurde zurückgehalten und bekam einiges an Aufmerksamkeit was mir irgendwie schon fast peinlich wurde.

Doch auch dieser schöne Abend neigte sich langsam dem Ende zu. Wir standen noch etwas vor dem Club, packten dann aber schließlich doch noch unsere Sachen und latschten noch ein bisschen bis zum Rudolfplatz. Dort angekommen wurden ich und mein Twin von meinem "Papa-Saki", wie ich ihn liebevoll nannte, abgeholt und mussten uns von unseren Freunden verabschieden.

Alles in allem war es eine tolle, wirklich gelungene Party. Es hat ziemlich viel Spaß gemacht & ich hoffe, dass es zum vierjährigen Bestehen von Tokio Hotel auch so eine tolle Party geben wird.

Eure Jana Ba. (Bill-Double)